Ein Blog über klassische Fantasy, Miniaturen, Rollenspiele, Retro-Gaming und mehr ;-)

Meine Top 5 / Flop 5 Rollenspiel

Inspiriert durch diesen Beitrag, hier mal meine Liste in aller Kürze:

Top 5:

1. Basic Roleplaying / d100 / Stormbringer / RuneQuest / etc.

Das d100 System im allgemeinen. Leicht zu begreifen und deckt für mich noch immer die meisten Spielsituationen schnell und eingängig ab. Zugegeben gibt bei der Fülle an Varianten ein paar Ausreißer. Das erste MRQ (Mongoose RuneQuest) Kampfsystem war eine Katastrophe und frühe Ausgaben von “Call of Cthulhu” konnten den Horror nicht so wirklich einfangen. Dem stehen aber zahlreiche gelungene Editionen gegenüber. So zum Beispiel “Sturmbringer” (die deutsche Box-Ausgabe von Laurin), Stormbringer 5th Edition (ungeschlagen), Mongoose RuneQuest II und Legend (großartiges Kampfsystem) sowie die aktuelle “Basic Roleplaying” Ausgabe von Chaosium (ein wunderbar flexibeler Baukasten).

2. Dragon Warriors

Ein überaus elegantes System, dass zugegeben in die Jahre gekommen ist und einer dringenden Überarbeitung bedarf. Trotzdem: Tolle Spielwelt (wenn man danach sucht), einfache Regeln (auch hier: großartiges und eingängiges Kampfsystem) und teilweise ein paar wirkliche tolle “abseits aller Pfade” Ansätze. Mit Dragon Warriors lässt sich ohne Probleme sowohl “High” als auch “Low Fantasy” oder “reines Mittelalter” spielen ohne das man irgendwelche Anpassungen vornehmen muss. Das System skaliert sich einfach wunderbar von selbst während des Spiels.

3. Warhammer Fantasy Rollenspiel – 2. Edition

Eine Fülle an großartigem Quellenmaterial, tolle Bücher und ein durchaus spielbares System, dass sich an den Spielwerten des Tabletops orientiert. Funktioniert weitgehend einwandfrei und eingängig und kommt nur bei höheren “Stufen” (so ab der 3. Karriere) ins Schlingern was das Machtniveau einiger Karrieren angeht. Die “Alte Welt” wurde, in all ihrem Wahnwitz, perfekt eingefangen.

4. Cyberpunk 2.0.2.0

Für mich noch immer das “True Cyberpunk Game” mit einem grandiosen und unverfälschten “90er Jahre” Charme. Im Gegensatz zu Shadowrun wird hier nicht versucht aktuelle technische Entwicklungen unserer Zeit mit einzubauen und das System anzupassen. Cyberpunk 2.0.2.0 ist für mit ein zeitloser “Blade Runner” unter den “near future” Sci.-Fi. Rollenspielen, während Shadowrun für mich eine aufpolierterte immer wieder neu “remastered Version” von “Das 5. Element” ist. Und das ist einfach nicht so “meins”.

5. Lone Wolf Multiplayer Gamebook

Die unverfälschte Umsetzung eines Spielbuch-Klassikers in eleganter Form für klassisches “Mehrspieler-Rollenspiel”. Hier ist man den Regeln des Spielbuchs treu geblieben und hat gleichzeitig verstanden, wieviel – oder noch besser – wie wenig Regeln ein Rollenspiel im Endeffekt doch braucht um Spaß zu machen.

Außerdem in ehrbarer positiver Erwähnung: KULT, Labyrinth Lord / Herr der Labyrinthe, Corporation, Traveller, Dungeonslayers.

Flop 5:

1. Space Gothic (die 2009 Auflage von Ulisses Spiele)

Ein toller Ansatz was den Hintergrund angeht, aber letztendlich völlig verschenkt in seiner Ausführung und Aufbereitung. Dazu ein furchtbar kompliziertes und weitgehend unspielbares Würfelsystem, eine katastrophal lange Charaktererschaffung mit tonnenweise “Zahlenwirrwarr” und ein nahezu lächerliches Einsteiger-Abenteuer (ich weiss das klingt ganz schön hart – aber wenn ausrutschen auf Katzenstreu zu einem Highlight des Abenteuers gehört muss man nicht mehr viel dazu sagen).

2. Ruf des Warlock

Zugegeben sehr lange gespielt, aber letztendlich doch entdeckt, dass damals einfach nur versucht wurde etwas Neues/Anderes zu machen. Teils merkwürdiger “Heavy Metal” Hintergrund und dazu ein unpraktisches Wälzen von Tabellen und Zahlenkolonnen von nahezu “Bakuganschem Ausmaß”. Das W30 System einzig und allein aus dem Grund um einen anderen Würfel zu haben und nicht um irgendein sinnvolles Wahrscheinlichkeitsprinzip zu nutzen. Es ist schon ganz in Ordnung das aus der geplanten Neuauflage bisher nichts geworden ist.

3. 3:16 – Carnage Amongst the Stars

Überrascht? Ich auch! Ich habe mir viel von dem System erwartet und letztendlich während unserer “One-Shot” Runde dann gemerkt, dass 3:16 vorgibt mehr zu sein als es eigentlich ist. 3:16 ist für mich das “Inception” unter den Rollenspielen. Zuerst klingt alles supercool und kompliziert und tiefgründig und durchdacht. Doch je mehr man sich mit dem Konzept beschäftigt, Dinge hinterfragt und vor allem merkt dass das System auf höheren Rängen zwischen den Charakteren vom Machtniveau immer mehr außeinanderklafft (mächtige Charaktere werden mit der Zeit einfach noch mächtiger da sie größere Waffen haben und schwache Charaktere bleiben schwach, stagnieren und habe keine Chance mehr sich weiter zu entwickeln), merkt man das vieles einfach nicht passt.

4. Mutant Chronicles RPG

Das Spiel wollte im Prinzip immer der großer “Super Zombie-Mutanten Höllen 40K Killer” Rollenspiel sein, hat sich aber letztendlich irgendwie nicht getraut das durchzuziehen. Ganz ähnlich wie bei Space Gothic: Tolle Ansätze was den Hintergrund angeht (hat für das Tabletop super funktioniert), die aber letztendlich im Rollenspiel recht dröge und trocken daherkamen. Die farbigen Illustrationen haben etwas völlig anderes versprochen als geliefert wurde.

5. Der Herr der Ringe Rollenspiel (Decipher)

In Ansätze wirklich gut, denn man sich wirklich daran versucht den eher subtilen “low magic” Fantasy-Ansatz von Tolkien umzusetzen und gerecht zu werden. Und das CODA-System ist eigentlich auch gar nicht so schlecht, verzettelt sich dann aber in zig Bonis und Malis die bei fast jedem Würfelwurf beachtet werden müssen. Dazu das Enge “Korsett” der Filmlizenz, so das man das Gefühl hatte hier wurde mit angezogener Handbremse produziert. Die deutsche Ausgabe von Pegasus war dann auch nochmal ein Krampf was das Errata anging. Wirklich schade, denn es hätte was werden können.

Außerdem in schlechter Erinnerung: Arcane Codex, Frostzone, Lodland.

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2 Antworten

  1. Deine Western/Cthulhu/BRP-Zusammenfassung las sich gut und nun Deine Top/Flop 5 wieder.
    Ich glaube, Deine Shadowrun-Beschreibung übernehme ich. Der Vergleich mit dem Fünften Element ist super …
    3:16 steht noch auf meiner Wunschspielliste und an Dragon Warriors traue ich mich nicht heran.

    29. Dezember 2012 um 14:06

    • Hey wow – da liest ja tatsächlich jemand meinen Kram! :-) Vielen Dank.
      3:16 ist meiner Ansicht nach für einen Abend in Ordnung, wenn man mal etwas anderes ausprobieren will. Und Dragon Warriors ist halt so eine Sache: Ich kann verstehen wenn man mit dem System nicht viel Anfangen kann. Einige Sachen sind zugegeben sehr “old school”. Aber man hebelt das System nicht gleich aus den Angeln, wenn man z. B. diesen oder jenen Punkt einfach nach seinen eigenen Wünschen abändert. Oder warum traust du dich nicht an Dragon Warriors?

      30. Dezember 2012 um 14:37

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